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Sommerpause

Bis bald...in der Bezirksliga!

Geschichte

Anfangs kamen 16 sportbegeisterte Männer zusammen und gründeten den „ASV St. Georgen", welcher die Abteilungen Fußball und Leichtathletik umfasste. Da die Anzahl an Übungsplätzen sehr unzureichend war, trainierte man anfangs entweder auf einer von den Amerikanern zur Verfügung gestellten Wiese zwischen der Muna und der Siedlung Weissbrunn oder auf einem banalen Aschenplatz, welcher bereits vor 1945 angefertigt wurde.Ebenfalls versuchten die Alliierten die Sportler mit ihren heimischen Sportarten wie Baseball oder Rugby vertraut zu machen, doch dies gelang ihnen nur mäßig, da sich niemand damit befasste und deshalb damit nicht umgehen konnte. Nur ein Jahr später genehmigte schließlich die amerikanische Militärregierung den Fußballern des Vereins am Punktspielbetrieb teilzunehmen.

Nach anfänglicher Euphorie traten jedoch die nächsten kleineren Probleme auf, denn für Punktespiele benötigte man eine einheitliche Sportkleidung und im Falle eines Auswärtsspiels musste eine Mannschaft selbstverständlich dorthin gelangen. Die „Sportdressen wurden aus leichter Gasschutzbekleidung und aus Bombenkistenstricken gewonnen und selbst genäht bzw. gestrickt“ und um ein festes Schuhwerk musste sich jeder selbst kümmern. Falls die Mannschaft ein auswärtiges Pflichtspiel zu bestreiten hatte, lieh man sich entweder die „Ami-Trucks“ oder man fuhr mit dem Fahrrad bzw. der Eisenbahn.Schritt für Schritt begann sich der ASV St. Georgen sich auszuweiten und neue Abteilungen wie Turnen und Tischtennis zu gründen.

Weil letzten Endes eine schlichte Wiese und ein reizloser Aschenplatz nicht mehr ausreichten, suchte der Verein nach neuen Übungsstätten. Nach nur kurzem Praktizieren auf dem Jahnplatz in Trostberg wurde mit der Brauerei Stein vereinbart, ein 8000 m² großes Wiesenstück zwischen St. Georgen und Stein zu benutzen. Das Gebiet eignete sich besonders gut für den Verein, da ein neu errichtetes Umkleidehaus für mehr Komfort und der nahe gelegene Fluss für die nötige Hygiene sorgte. Trotz der guten Rasen- und Lageverhältnisse und dem relativ billigen Pachtbetrag tauchten Probleme auf. Da auf Grund des Spielbetriebes auf der Wiese das Heu der Bauern ausfiel, welches hätte gewonnen werden können, sollte dieser Verlust durch einen sehr hohen Geldbetrag ersetzt werden. Dies war jedoch völlig unmöglich, da der Verein „weder Geld, noch Kredit“ zur Verfügung hatte, was eine Spendenbitte vom November 1948 deutlich illustriert.Die sukzessiven Finanzspritzen diverser Unternehmen, beispielsweise der Siemens-Schuckert-werke AG, verhalfen dem Verein stets über die Runden zu kommen und erlaubten es, dass man sich immer wieder aufs Neue nach neuen Trainingsmöglichkeiten umschauen konnte.

Als neue Übungsstätten wurden zunächst der Saal einer Wirtschaft, der so genannte „Fuchsbau-Saal“, für die Geräteturner und der St. Georgsplatz für die neu gegründete Faustball Abteilung zur Verfügung gestellt.Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht schließlich die Heeresmunitionsanstalt im Jahre 1949 verlassen hatte, nannte sich der ASV St. Georgen in den „SV St. Georgen“ um. Der Vorstand des Vereins verfolgte zukünftig wichtige Ziele. Man führte eine allgemeine Versicherung für Mitglieder ein, gründete neue und optimierte beständige Abteilungen, beispielsweise mit dem Einsatz von Jugendmannschaften im Fußball.

Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums der jungen Industriesiedlung „Muna St. Georgen“, die zu diesem Zeitpunkt bereits den Namen Traunreut hatte, entschied man sich am 9. November 1950 zu einem erneuten Namenwechsel innerhalb des Vereins. Von da an trug der Verein den Namen „Turn und Sportverein Traunreut“ und wurde Zeichen des Begriffs für sowohl „sportliche und turnerische Aktivität“  als auch für „Freundschaft und Kameradschaft“. Durch zahlreiche Veranstaltungen wie die Durchführung eines Silvester-Balls oder eines Jubiläums-Sportfests im Jahre 1950 wollte der TuS nicht nur die Gesellschaft näher zusammenbringen und ein „Wir-Gefühl“ schaffen, sondern auch Mitglieder gewinnen, was letzt endlich auch gelang.

Ende 1950 zählte man schon knapp 200 Mitglieder. Doch das stetige Ansteigen der Vereinsmitgliederzahlen verbunden mit dem wachsenden Erfolg verschiedener Abteilungen, beispielsweise dem Aufstieg der ersten Fußball Mannschaft, forderte eine größere Übungsstätte. Der inzwischen benutzte „Gemeindesportplatz an der alten Schule (N-Halle)“  und der St. Georgsplatz reichten nicht mehr aus. Ossi Grünaug, der Herausgeber der zeitgeschichtlichen Dokumentation über den TuS Traunreut, nannte es die erneute „Suche nach einem geeigneten Sportplatz“ , welche mit sehr schwachen finanziellen Mitteln jedoch alles andere als leicht zu werden schien.

Anfängliche Versuche, einen Sponsor im bayerischen Fußball-Toto zu finden, scheiterten. Trotzdem gelang es dem TuS-Vorstand auch hier eine Lösung auszuarbeiten.Infolge mehrerer Verhandlungen mit der Siemens-Schuckertwerke AG erreichte man schließlich eine geldmäßige Unterstützung von DM 50.000. Nun konnte es sich der TuS endlich leisten, seinen eigenen Sportplatz zu errichten. Als die Arbeiten beginnen sollten, stellte man jedoch fest, dass sich das Gelände, auf dem der Sportplatz erbaut werden sollte, in einem äußerst miserablen Zustand befand. Nach Kriegsende waren die gesamten Abfall- und Giftmaterialien der Munitionsanstalt in eine riesige Kiesgrube geschüttet worden. Daher war es zunächst einmal die Aufgabe der Verantwortlichen, Entgiftungsarbeiten durchzuführen und anschließend die Grube zu planieren. Die ganze Aktion beanspruchte weitere Hilfsgelder, die nach längeren Briefwechseln mit der Stadt Traunreut und dem Kleinwerk Siemens zugesichert wurden.

1959 hatte die schweißtreibende Arbeit schließlich ihr Ende gefunden. Die neue Sportanlage des TuS Traunreut wurde am 8. und 9. August desselben Jahres feierlich eingeweiht und fester Bestandteil des Vereins. Beinahe alle Abteilungen trainierten ab sofort auf dem neuen Gelände, nur die Tennis und Tischtennis Abteilungen greifen auf die frisch modernisierte Turnhalle am Traunring zurück. In den folgenden Jahren wurde es dann etwas ruhiger um den Verein. Mitgliedschaftsbeiträge der beinahe 1000 Aktiven und Zuschüsse von Unternehmen und der Stadt, die sich bei jedem Bau, den sie für sinnvoll hält, mit ca. 30% der Kosten beteiligt, ließen finanzielle Schwierigkeiten nahezu verschwinden. Man setzte den Fokus nun vorwiegend auf die Optimierung der Vereinsstrukturen. Neben zahlreichen Neugründungen von Sportabteilungen wie zum Beispiel Volleyball und Handball, Schwerathletik oder Judo sah man sich auch verpflichtet innerhalb der Sparten zu differenzieren. Man erweiterte die Altersstufen, indem man Bereiche für Jugendliche und Senioren hinzufügte, um für mehr Gerechtigkeit während des Sports zu sorgen.

Weitere Meilensteine in der Geschichte des TuS Traunreut sind das Erreichen der 2000-Mitglieder-Grenze im Jahre 1973 und die Einweihung der 3,7 Millionen DM teuren TuS-Halle im Jahre 1981. Bereits damals war der einst so kleine Verein, der seine Anfänge in der Nachkriegszeit hatte, der größte und in vielen Disziplinen auch der erfolgreichste Sportverein im Landkreis Traunstein. Heute erhalten viele Abteilungen finanzielle Unterstützung von ihren individuellen Sponsoren (...) Darüber hinaus kann heute kein anderer Verein so eine große Anzahl an Mitgliedern, eine derart große Palette an Sportangeboten und ein solch vielfältiges Repertoire an Sportanlagen in nächster Umgebung vorweisen.

(Ausschnitt aus der Facharbeit "Der TuS Traunreut und dessen Bedeutung für die Stadt Traunreut" von Daniel Penkert)

© TuS Traunreut